Internationales Jahr der Wälder ging in Kaufbeuren zu Ende

BN-Vorsitzender Peter Orendi:

Die Wald-Botschaft des Jahres 2011 muss ab 2012 ff nachhaltig umgesetzt werden…

Kaufbeuren  – Nach Abschluss des umfangreichen Veranstaltungsprogramms zum „Internationalen Jahr der Wälder“ in Kaufbeuren begrüßte  Peter Orendi im neuen Jugendzentrum „Fun Factory“ im Namen der beiden örtlich initiierenden Gruppierungen, also der Ortsgruppe Kaufbeuren des Bund Naturschutz und dem Agenda21Arbeitskreis Klimaschutz Kaufbeuren – und des Stadtjugendrings und der Volkshochschule Kaufbeuren als weitere Mit-Veranstalter  zahlreiche Gäste, darunter auch die Stadträte Forstdirektor Gerhard Limmer und Ulrike Seifert.  Bürgermeister Gerhard Bucher und der neue Vorsitzende des Stadtjugendrings, Sebastian Zajicek  wandten sich in ihren offiziellen Funktionen  mit Grußworten an die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung. Nach einem kleinen Theater-„Splitter“ von zwei Mitgliedern der  Kulturwerkstatt leitete Peter Orendi  zur  inhaltlichen Abschlussveranstaltung über. Feierlich umrahmt wurde der gesamte Veranstaltungsablauf von einer Bläsergruppe, die sich aus ehemaligen Mitgliedern der Tänzelfest-Knabenkapelle zusammensetzt.

 

Entstehungsgeschichte und Auftakt

 

Ausgehend von  UN-Resolution 61/193 vom 20. 12. 2006 nahmen Peter Orendi, Karl Ilgenfritz und Michael Jahn zunächst mit der deutschen „Kampagnengruppe“ des „Internationalen Jahres der Wälder“ Verbindung auf um die Grundzüge der nationalen Themen-Befassung in Erfahrung zu bringen. Im weiteren Verlauf wurde ein vorläufiges örtliches Programm ausgearbeitet. Dieses wurde von Peter Heel  und Beate Schütz für den Stadtjugendring Kaufbeuren, von Elke Schad für die Stadt Kaufbeuren und von Joachim Schön für die Volkshochschule Kaufbeuren arbeitsgemeinschaftlich ergänzt. Die Auftaktveranstaltung am 21. März 2011 fiel zeitlich mit dem UNESCO-Welttag der Poesie zusammen, so dass mit Ingeborg von Rumohr auch der Autorenkreis Allgäu früh Wald-thematisch in Erscheinung trat.

 

Der Wald in der Musik und Poesie, im Märchen, in der Religion…

 

Peter Orendi berichtete über die vielgestaltigen Erscheinungs- und Darstellungsformen, die der Wald in den Bereichen Musik, Poesie und vor allem in den Märchen im Programm eingenommen habe. Der Literaturblog Bayern der Bayerischen Staatsbibliothek berichtete ausführlich über die Kaufbeurer Auftaktveranstaltung. Unter dem Motto „Ohne Baum“ – also ohne Papier – wäre Goethe unlesbar zog sich diese kulturelle Befassungsebene mit dem Helga Ilgenfritz vom Literarischen Frauen-Kolloquium, dem Freundeskreis Sophie la Roche, dem Autorenkreis Allgäu und der VHS wie ein roter Faden durch das gesamte Jahresprogramm. Ob es Raimund Lidl war, der mit seiner gelungenen Buchvorstellung die „Schöpfungsgeschichte“ thematisierte oder Peter Suska-Zerbes mit seinem VHS-Schreibkurs – immer war eine tief angelegte inhaltliche Befassung und reges Interesse erkenn- und spürbar.

 

Die Schutzwald-Aktion Kaufbeuren – das Programm in Wald und Flur

 

Nachdem der Agenda21 Arbeitskreis Klimaschutz Kaufbeuren im Rahmen seiner Frühjahrs-Versammlung die bereits 2010 begonnene „Schutzwald-Aktion“ präsentierte und dabei die bleibenden planerischen Bedrohungslagen für die vielfältigen Schutzwald-Funktionen, insbesondere im Raum zwischen Kaufbeuren-Neugablonz und Germaringen darstellte, kam es in den Osterferien zu den ersten praktischen Aktionen, die in den Wald und über die Fluren führten. Mit Dr. Christoph Greifenhagen konnte der „Schwarze Graben“ in Kleinkemnat ebenso erkundet werden wie das Pilz- und kräuterreiche Gebiet im Aschthal bei Friesenried, die waldmärchenerzählende Kräuterpädagogin namens „Mühlenlili“ war mit Kindern rund um die Seitzkapelle am Hartmähderweg unterwegs. Mit großer Begeisterung wurde die SJR-Ferienaktion „Wichtel – Zwerge – auf der Suche nach dem verwunschenen Baum“ aufgenommen. Die örtliche Greenpeace-Gruppe hielt einen Informationstag im Jordanpark ab, mit Dr. Hans-Joachim Hübner wurde rund um das Waldstadion eine geführte Pilz-Wanderung unternommen. Bertlies Adler aus Germaringen  informierte über die Bedeutung des Waldes im Rahmen einer insbesondere landwirtschaftlich geprägten Haushaltsführung.

 

Der Wald-Malwettbewerb der Stadtolympiade

Eine sportliche Note erhielt die Wald-Befassung im Rahmen des traditionellen Mal-Wettbewerbs der Stadtolympiade an dem allein mehrere hundert Kinder teilgenommen haben. Der Verein Stadtolympiade Kaufbeuren e. V. unter Manfred Wagner, Elke Schad von der Stadt Kaufbeuren, Abt. Gleichstellung und der Stadtjugendring Kaufbeuren  haben nach der Siegerehrung eine beeindruckende Anschluss-Ausstellung organisiert und dem Wald eine wahrhaft „olympische“ Dimension verliehen…

 

„Die großen Vier“

So lautete der Titel eines Referates des Diplom-Biologen Manfred Wölfl im Rahmen einer Veranstaltung des Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren, des Landesbundes für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz. Thematisiert wurde dabei insbesondere die  mögliche Rückkehr auf „leisen Pfoten“ von Bär, Luchs und Wolf… in unsere heimischen Wälder.

 

Weihenstephaner Erklärung

 

Im Rahmen der Herbstversammlung des Agenda21 Arbeitskreises Klimaschutz Kaufbeuren berichtete Forstdirektor Gerhard Limmer in Kaufbeuren mit einem tief gegliederten Referat über die „Weihenstephaner Erklärung“, mit der hohe offizielle Stellen und Forstfachleute aller Ebenen die Bedeutung des Waldes, insbesondere im Zeitalter des bereits voll im Gang befindlichen weltweiten Klimawandels fachlich hervorheben.

 

„Leidensweg“ inmitten des Erinnerungs- und Geschichtswaldes…

 

Vida Guggemos thematisierte im Beisein des Bundestagsabgeordneten Alexander Süssmaier aus Augsburg  die historische Dimension des Waldes zwischen Kaufbeuren-Neugablonz, Germaringen und Steinholz, dem Standort einer KZ-Außenstelle von Dachau. Der dortige Hartmähderweg und das umgebende bewaldete Gebiet war vor etwa 65 Jahren auch ein Schauplatz des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte, das sich erst im 20. Jahrhundert zugetragen hatte. Damit wurde dieses Waldgebiet auch zum „Leidensweg“ und „Leidensort“ vieler jüdischer Zwangsarbeiter – mithin ein immerwährendes Mahnmal und ein Wald-Denkmal inmitten eines Erinnerungs- und Geschichtswaldes besonderer Prägung und „Gegen das Vergessen!“

 

Das „Leuchtturm“-Wald-Projekt am Hartmähderweg

 

Am Ende des „Jahres der Wälder“ konnten Bürgerinnen und Bürger das „Leuchtturm-Projekt“ des Wald-Jahres bestaunen:

Ein Germaringer Landwirt hat einen Teil seines dortigen Waldgebietes wieder aufgeforstet und sein großes Wiesengrundstück völlig neu und erstmals aufgeforstet. Damit wurde auch und  gerade an einer der umweltsensibelsten Stellen des mehrfachen Schutzwaldgebietes zwischen Kaufbeuren-Neugablonz und Germaringen nicht nur das einzig zeitgemäße Signal gegeben, mehr noch: Mit dieser tatsächlichen, sichtbaren und wirksamen Aufforstungs-Maßnahme wurde und wird ein nachhaltiges Vorbild gegeben, das seinesgleichen sucht. In einer Zeit, in der amtliche, öffentliche Planungen immer noch rigorose Abholzungen von Schutzwaldgebieten vorsehen, bekommt dieses Wald-Projekt die symbolische Funktion eines „Leuchtturmes“ inmitten einer politischen Landschaft, die sich eigentlich den existentiellen Fragen des Klimaschutzes widmen und im Rahmen dieser auch kommunalen Aufgabe Schutzwälder nicht sinnlos zerstören sollte.

 

Abschlusserklärung…

 

Vor der offiziellen Abschlusserklärung wurde die Siegerehrung des Fotowettbewerbs „Der Baum in der Linse“ vorgenommen. Die im Rahmen dieses SJR-Wettbewerbs entstandenen Bilder bleiben im Jugendzentrum „Fun Factory“ bis auf weiteres ausgestellt. Im Rahmen einer bildgestützten Kurz-Vorstellung berichtete Ulrike Seifert von Alpenverein Kaufbeuren über eine beispielhafte Exkursion mit Kindern  im „Wertachpark“.

 

Im Rahmen seiner vornehmlich nachdenklich geprägten Abschlusserklärung betonte Peter Orendi, dass die Inhalte des „Internationalen Jahres der Wälder“ 2011, die im abgelaufenen Jahr das Interesse von weit über 1.000 Teilnehmer an allen Einzelveranstaltungen erreicht haben,  auch in die Folgejahre ab 2012 übergeleitet werden müssen um dabei auf allen staatlichen und kommunalen, (vor-)politischen, gesellschaftlichen und sonstigen Ebenen entsprechende Überzeugungen  zu vermitteln, die insbesondere auch die Raum-, Landes-, Regional- und Stadtplanungen beeinflussen müssen; aber auch um alle Menschen – mit ihrem Umwelt-Bewusstsein –  in und aus allen fünf Erdteilen, die sich auch in Kaufbeuren mit seinen fünf Stadtteilen eingefunden haben, zu erreichen…  Peter Orendi erklärte zum Schluss das „Internationale Jahr der Wälder“ für den Bereich Kaufbeuren und Umgebung für beendet.

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Protokoll über die öffentliche Sitzung am Donnerstag, 24. 3. 2011

Protokoll

über die

öffentliche Sitzung am Donnerstag, 24. 3. 2011

im örtlichen Programm des

„Internationalen Jahres der Wälder – 2011“

Ort: Kaufbeuren, Volkshochschule – ZiNr. 105

Beginn: ca. 20.00 Uhr

Ende: ca. 22.00 Uhr

Anlagen:

Einladung vom 28. 2. 2011

Schreiben der Regierung von Schwaben vom 21. 5. 2008 (BDin Roßmann)

Anwesenheitsliste (dem Original beigefügt)

TOP 1 – Begrüßung…

Nachdem  AK-Sprecher Peter Orendi die Anwesenden begrüßt hatte, gedachte die Versammlung der Opfer aus Anlass der Natur- und Atom-Katastrophe in Japan.

TOP 2 – Rückblick und Sachstands-Bericht über die laufende BN-Schutzwald-Aktion 2011

Peter Orendi gab einen Rückblick auf die bisherige und laufende BN-Schutzwald-Aktion, die Ende des letzten Jahres 2010 ins Leben gerufen wurde. Er dankte dabei den zahlreichen bisherigen Unterstützern, die im laufenden „Internationalen Jahr der Wälder – 2011“ einen unverzichtbaren und namhaften Beitrag zum künftigen Erhalt der Schutzwälder rund um Kaufbeuren geleistet haben

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TOP 3 – Aktuelle Informationen rund um das Reifträgerweg-Schutzwaldgebiet

–      AK-Co-Sprecher Karl Ilgenfritz gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die Entstehungs- und bisherige Wirkungsgeschichte der sog. „Reifträgerweg/RTW-Petitionen“ mit denen sich neben dem  Bayerischen Landtag seit  etwa 2 Jahren auch viele Fach- und Aufsichts-Behörden befasst haben. Die Grundproblematik, dass zum Zeitpunkt der Einlegung der Petitionen und ebenso bis zum heutigen Tage noch kein anfechtbarer RTW-Bebauungsplan vorlag und vorliegt, zeigte sich – wenn auch verzögert  – im Rahmen der Abwicklung der Petitionen, über die aus diesem Grunde am 8. 12. 2010 im Großen Senatssaal des Bayerischen Landtages materiell-rechtlich nicht entschieden werden konnte.

–      War es am 26. 10. 2010 noch der Abgeordnete Johann Hintersberger (CSU), der in seiner Funktion als  Landtags- Berichterstatter im Petitionsausschuss sogar via nachzulesender Allgäuer Zeitung (AZ-Bericht: Markus Bär vom 27. 10. 2010) der Stadt Kaufbeuren und der Gemeinde Germaringen eine Art  positive Vor-Entscheidung pro RTW – voreilig – in Aussicht stellen wollte und dies in der AZ auch „durfte“, vermittelte die Petitionsausschuss-Sitzung am 8. 12. 2010 – im Beisein von Peter Orendi und Karl Ilgenfritz – ein völlig anderes Bild. Der CSU-Abgeordnete Hintersberger musste dabei – ersichtlich „rückwirkend“ enttäuscht – von sich aus plötzlich und entgegen seines noch am 26. 10. 2010 gegenüber  AZ-Redakteur Markus Bär in Kaufbeuren ausdrücklich verkündeten „RTW-Planungsoptimismus“ allen Ausschussmitgliedern und der erschienenen Öffentlichkeit mitteilen, dass der Petitionsausschuss nunmehr gar keine Entscheidung pro oder contra RTW – eben in Ermangelung einer ausgelegten und erst damit anfechtbaren Bauleitplanung – treffen kann. Nachdem Dr. Paul Wengert (SPD) am 8. 12. 2010 die wesentlichen Inhalte der Petitionen (vgl. RTW-Systematik von 10/2010) engagiert vorgetragen hatte, konnte der Ausschuss letztlich nur noch die Formal-Entscheidung treffen, dass sämtliche Petitionsunterlagen (= Petitionsschriften + Stellungnahmen der Fach-Behörden…) den beiden beteiligten Gebietskörperschaften… zur RTW-planerischen Kenntnisnahme und ggf. zur RTW-planerischen Berücksichtigung zu übersenden sind.

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–      Die Tatsache, dass dies erst kürzlich, Anfang März – also rd. 3 Monate nach der Petitionsentscheidung vom 8. 12. 2010 selbst – geschehen ist, vermag die Komplexität des Verfahrens sinnfällig aufzeigen. Besonders bemerkenswert war und ist, dass sich auch das Bayerische Staatsministerium des Innern – Abt. Oberste Baubehörde –  unter Ministerialdirektor Poxleitner unmittelbar mit dem Sachverhalt befasst hatte und dabei sämtliche o. g. Petitionsunterlagen von dieser regierungsamtlichen Stelle aus an die Stadt Kaufbeuren und die Gemeinde Germaringen hochoffiziell weitergeleitet wurden. Obzwar auch hierin keine Entscheidung pro oder contra RTW enthalten ist und auch nicht abgeleitet werden kann, ergibt die offizielle Weiterleitung der Petitionsunterlagen über die Bayerische Staatsregierung die völlige Erfüllung des Ziels der Petenten.          Die umfassenden RTW-Sachverhalte waren leider bisher weder den Stadt- noch den Gemeinderäten in Kaufbeuren und      Germaringen noch der Öffentlichkeit hinreichend bekannt gemacht worden. Dieses RTW-Informations- bzw. Beachtungs-Defizit kann nicht nur sondern müsste eigentlich jetzt nach dem Willen der zuständigen Regierungs-Stellen – ausgehend vom Landtagsbeschluss vom 8. 12. 2010 – jetzt endlich auch und gerade publizistisch ausgeglichen werden.

–      Nachdem Bgm. Rager u. a. im Rahmen der Bürgerversammlung von Germaringen am 22. 3. 2011 auf eine Anfrage von Michael Jahn vom Agenda21ArbeitskreisesKlimaschutzKaufbeuren hin mitgeteilt hatte, dass er die o. g. amtlichen Unterlagen bisher noch nicht einmal selbst studiert habe, ergeben sich allerdings Zweifel, ob der Wille des Landtages und der Bayerischen Staatsregierung vor Ort eine entsprechende Umsetzung findet. Bgm. Rager vermittelte ebenso im Rahmen der Bürgerversammlung im Ortsteil Riederloh auf eine entsprechende Anfrage von Robert Negele vom Agenda21ArbeitskreisKlimaschutzKaufbeuren keinen anderen Eindruck. Co-Sprecher Karl Ilgenfritz meinte in diesem Zusammenhang abschließend, dass auch in Kaufbeuren das Thema „Sorgfaltspflicht“ der Mandatsträger kommunaler Gebietskörperschaften dann auf die Tagesordnung gesetzt werden muss, wenn sich die zu einer RTW-Abstimmung aufgerufenen Räte nicht mit den zur Verfügung stehenden Unterlagen, die sie prüfen könnten und ausdrücklich amtlich prüfen sollen, befassen. Aktuelle Beispiele zeigen auf, wie landauf und landab gerade das Thema „Sorgfaltspflicht“ (vgl. Landesbank u. v. a.) der

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–      staatlichen Aufsichtsstellen… deutschlandweit die Schlagzeilen nachhaltig beherrscht.

–      Einige wenige Ausführungen des Bayerischen Landtages (Anlage 2 Tz. 6 zum Petitionsbescheid 8. 12. 2010) wurden in der AK-Sitzung wörtlich vorgetragen, so beispielsweise:

„… Im Rahmen der Beteiligung der Behörden…werden die betreffenden Stellen – insbesondere auch das AELF Kaufbeuren – sich dazu zu äußern haben, inwieweit die Planungen den rechtlichen und fachlichen Anforderungen – etwa nach dem Bayer. Waldgesetz – entsprechen und ob evtl. eine Umweltverträglichkeitsprüfung gem. § 39aBayWaldG und alternative Planungen erforderlich sind. …“

„… Darüberhinaus steht ihnen (Anm.: den Petenten) gegen die späteren Satzungsbeschlüsse das Rechtsmittel der Normenkontrollklage zum Bayer. Verwaltungsgerichtshof offen. …“

„… Vieles spricht allerdings dafür, dass dagegen (Anm.: RTW-Bauleitplanung) erhebliche Bedenken bestehen dürften, die sich aus den einschlägigen Bestimmungen des BayWaldG ergeben und die von der örtlichen Forstbehörde bereits angedeutet wurden. Auch im Hinblick auf die Planrechtfertigung dürften die Hürden recht hoch sein.“

TOP 4 – Beamer-Präsentation über die Entwicklungsgeschichte des Schutzwaldes und Waldschadensbericht im Verlauf der letzten Jahre und Jahrzehnte – am RTW

–      Michael Jahn, AK-Co-Sprecher und Robert Negele haben im Rahmen ihrer aktualisierten Beamer-Präsentation eine erneut eindrucksvolle  Berichterstattung über die teilweise dramatische Entwicklung der Rückbildung des Schutzwaldes am RTW gegeben. Haupt-Ausgangspunkt der Rückbildung waren zwar zunächst Windbrüche und damit die Wirkung höherer  Gewalt vor rd. 20 Jahren. Dennoch ist gerade deswegen – vor dem Hintergrund des bekannten Vorliegens  besonderer Schutzwald-Funktionen am RTW – einer Wiederaufforstung eine erhöhte forst-

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–      Aufsichtliche Aufmerksamkeit zu widmen. Nicht nachvollziehbar bleibt daher bis heute, dass gerade das Gegenteil dessen erfolgt ist und dabei sogar die bisherigen Umwandlungs-Absichten von „Schutzwald in Bauland“ für den Bereich von Riederloh I forstaufsichtlich geduldet wurden. Ob diese bisherige Duldung rechtlichen Bestand haben kann, wird sich auch angesichts des in einem Enteignungsverfahren 2003 für mehrfach rechtwidrig erklärten RTW-Bebauungsplan von 1998/2003 noch zeigen – zumal das Forstamt unter neuer Leitung –  im Gegensatz zur Beurteilung von Riederloh I – für den analogen Bereich von Riederloh II eine ganz andere, jedoch diesmal sachgerechte Beurteilung (z. B. Erhalt von Sturmschutzwald hat Vorrang…) abgegeben hat.

–      Michael Jahn und Robert Negele konnten anhand von teilweise historischem, Jahrzehnte altem Bildmaterial das immer mehr „schwindende“ RTW-Waldgebiet zeigen. Auch die teilweise hinter den aktuellen RTW-Planungsabsichten stehenden individuellen Grundstücks-Interessen, die eine preissteigernde Umwandlung von „Wald in Bauland“ vorsehen, wurde angesprochen. Dabei wurden viele weitere Aspekte der offenen und verdeckten Planungsabsichten (z. B. Bypass zwischen Dehner und einem etwaigen RTW bei Kaufbeuren, Kanalanschluss an das rd. 4 km entfernte Kanalnetz in Germaringen und die auch davon ableitbare erweiterte Größenordnung eines künftigen RTW-Gesamt-Planungsgebietes…) angesprochen.

–      Im Rahmen der Beamer-Präsentation wurde den Teilnehmern das  Schreiben der Regierung von Schwaben vom 21. 5. 2008 (BDin Roßmann – vgl. Anlage hierzu) an die Historische Forschungsstelle Kaufbeuren ausgehändigt:

Darin hat Frau BDin Roßmann ausdrücklich und regierungsamtlich mitgeteilt, dass die (RTW-)Straßenerschließung der weiteren Erschließung von Gewerbe- und Wohnbaugebieten bis hin zur B 12 dienen soll. Der  Wortlaut dieses Schreibens bestätigt  einerseits die Ausführungen in den Zweckvereinbarungen zwischen Kaufbeuren + Germaringen ebenso wie die bisherigen  Vermutungen des Agenda21-AK Klimaschutz andererseits, d. h.:

Die Folgewirkungen der etwaigen Erschließungen, die in diesem Schreiben offen zum Ausdruck kommen, bedeuten nämlich  eine

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völlige, 180°ige Umkehr der bisherigen Raumordnung, die noch von einem intakten Schutzwald-System geprägt wird. Würden die vorgetragenen negativen „Zukunftsaussichten“ verwirklicht werden,

käme es über die Umwandlung von „Schutzwaldgebieten in Bauland“ auch zu einer Grundstücks-Spekulation einiger weniger.

TOP 5 – Fragen zum Vortrag

Befassung und Erledigung erfolgte im Rahmen von TOP 4.

TOP 6 – Verschiedenes

–      TVA-Mitschnitt über die Begehung des Petitionsausschusses am 26. 10. 2010

Im Rahmen der Präsentation dieses Mitschnitts, ausgestrahlt am 28. 10. 2010, wurde auch eine TVA-Interview-Frage erörtert:

Im Rahmen des TVA-Interviews wurde von Seiten der Stadtspitze erklärt, dass die von einem voll ausgebauten RTW lediglich eine Verkehrsentlastung für die Sudetenstraße 15 % betrage.

(Anm.: Diese Quote – eigentlich 14% –  gilt allerdings nicht generell sondern nur für die Verkehrs-Spitzen-Zeiten, in den übrigen Zeiten fällt die Quote weitaus geringer aus, nämlich: rd. 8 % (= rd. 2.000 Fahrzeuge  bzw. wegen fehlender RTW-Nordanbindung… sogar 8 % minus X…).

–      Thomas Frey, Referent des Bund Naturschutz, erklärte hierzu gegenüber TVA, dass für eine Minderung der sog. Dezibel-Werte (= Lärmwerte) um bloße 3 Wert-Punkte eine Verkehrsentlastung von 50 %, d. h. von immerhin rd. 12.000 Fahrzeugen in der Sudetenstraße nach einem etwaigen RTW-Bau erfolgen müsste. Dies war, ist und bleibt Illusion, da eine Prognose-Entlastung für die Sudetenstraße von 2.000 – 3.600 (und diese nur in der Spitze) dort nicht spürbar würde.

–      Flächenverbrauch – vgl. aktuelle BN-Studien – vgl. AZ/KB…

Nachdem seit kurzem die BN-Studien zum Flächenverbrauch        vorliegen, wiesen einige kommunale Spitzenvertreter im Allgäu

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diese Erkenntnisse bereits, teilweise brüsk (z. B. für Kaufbeuren) zurück. Die AK-Versammlung konnte im Rahmen dieser      Befassung         indes Folgendes nicht verstehen:

Die Flächenverbrauchs-Statistik weise im Vergleich mit Nachbar-          Gebietskörperschaften  für die Stadt Kaufbeuren sehr hohe Werte         auf.

Als besonders auffällig wurde zur Kenntnis genommen, dass  man          beispielsweise in Memmingen und Kempten mit einem zu     Kaufbeuren vergleichsweise  geringeren Flächenverbrauch    eine positive Stadtentwicklung beobachten        könne, in Kaufbeuren hin-

gegen trotz eines höheren Flächenverbrauchs eine solche   positive Entwicklung nicht feststellbar sei. Aus der Versammlung          kam dabei  die Anregung    an, beide Entwicklungen (=        der Fläch- en-Verbrauch soll im Verhältnis zur jeweiligen Einwohner-         Entwicklung usw. in vergleichbaren Städten näher untersucht          werden), denn:

Überdurchschnittlicher Flächenverbrauch (wie in Kaufbeuren)         trotz unterdurchschnittlicher Stadt-Entwicklung (wie in   Kaufbeuren seit Jahrzehnten der Fall…) erscheint „doppelt“          fragwürdig!

–      Ansiedlungsabsichten am RTW?

Co-Sprecher Karl Ilgenfritz berichtete, dass bereits vor einigen Jahren einem Grundstücksbesitzer am RTW Pläne (die dem Agenda21AKKlimaschutzKaufbeuren auch im Original vorliegen) unterbreitet wurden, die am RTW die Errichtung einer Art Fitness- und Saunazentrum… vorsehen wollen. Begründet wurden die Pläne u. a. damit, dass Kaufbeuren + Umgebung angeblich ein nicht ausgeschöpftes Kunden-Potential habe, das bisher in Bad Wörishofen… seinen Freizeit-Neigungen nachgehen könne. Mit einem entsprechenden Angebot könne man dieses bisher für Kaufbeuren „verlorene“ Kunden-Potential angesichts des sich stetig steigernden Freizeitinteresses auch in Kaufbeuren binden. Aus dem Kreis der AK-Teilnehmer wurde hierzu geäußert, dass sich am RTW bzw. in einem etwaigen dortigen Baugebiet im Sturm-Schutzwaldgebiet Riederloh I + II wohl kaum ein klassischer Gewerbebetrieb (z. B. Metzger, Bäcker oder eine Kfz.-Werkstätte o. dgl.) ansiedeln werde. Eine  Ansiedlung eines Sauna-Zentrums…

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wäre allerdings an anderer Stelle – und ohne jeglichen Schutzwald-Eingriff – ebenfalls möglich und im Rahmen einer dann einsetzenden Abwägung mit den  vorhandenen und gegenläufigen Schutzwald-Interessen zwingend zu beachten.

Anm.: Vgl. hierzu auch Ausführungen in der RTW-Systematik.

–      Herbstversammlung des Agenda21AKKlimaschutzKaufbeuren

Peter Orendi kündigte an, dass am Donnerstag, 13. 10. 2011 –      20.00 Uhr – in der VHS, ZiNr. 105 – die Herbstversammlung des          Agenda21AKKlimaschutzKaufbeuren stattfinden werde.       Im Mittel-   punkt steht dabei das forstfachliche Referat von Stadtrat und FD   Gerhard Limmer über die „Weihenstephaner Erklärung“, die die      Bedeutung des Waldes mit seinen Funktionen für den Klimaschutz thematisieren wird.

Diese Herbstversammlung gehört auch zum örtlichen Programm   des „Internationalen Jahres der Wälder – 2011“.

Aufgenommen am 24. März 2011

Karl Ilgenfritz

Co-Sprecher/Schriftführer

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Internationales Jahr der Wälder – 2011

Internationales Jahr der Wälder – 2011 http://www.wald2011.de Kampagnengruppe Kaufbeuren Einladung Eröffnung Internationales Jahr der Wälder für Kaufbeuren und Umgebung am Montag, 21. März 2011 – 19.00 Uhr Frühlingsbeginn + Tag des Waldes im Haus St. Martin – Kaufbeuren, Spitaltor am UNESCO-Welttag der Poesie Am Montag, 21. März 2011, am „Tag des Waldes“, wird die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Frau Ilse Aigner, für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland das „Internationale Jahr der Wälder“ (vgl. Resolution 61/193 vom 20. 12. 2006 der Vereinten Nationen/UN) unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff in Berlin eröffnen. Aus diesem Grunde haben wir die Eröffnung der gleichnamigen örtlichen Aktion für Kaufbeuren, die sich aus der vom „Kampagnenbüro“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) deutschlandweit koordinierten Wald-Kampagne ableitet, auf den gleichen Tag terminiert. Die weltweite Koordinationsstelle befindet sich beim Sekretariat des UN-Waldforums (UNFF) in New York. Besonders reizvoll erscheint es, auch auf den seit dem Kj. 2000 am gleichen Tag terminierten UNESCO-„Welttag der Poesie“ URL: http://www.unesco.de/welttag-poesie musikalisch umrahmt einzugehen – zumal der „Wald“ seit jeher auch ein großes Thema der Literatur- als auch der Musikgeschichte war, ist und bleibt. Daher wird der „Wald“ mit einigen seiner vielfältigen Erscheinungsformen in der Literatur auch im weiteren Verlauf des Kaufbeurer Veranstaltungsjahres thematisiert werden… Geplanter Programmablauf 1. Begrüßung – Erläuterungen zum „Internationalen Jahr der Wälder“ – weltweit, bundesweit und in Kaufbeuren… Peter Orendi – Bund Naturschutz Kaufbeuren – Vorsitzender 1.1 Musik mit Andrea Jahn-Gröger (Geige) und Dominik Gröger (Cello) Lesung WaldPoesie mit Ingeborg von Rumohr, Autorenkreis Allgäu 2. Gruß- und Geleitworte 2.1 Musik/Lesung WaldPoesie 3. Der UNESCO-Welttag der Poesie – 21. 3. 2011 Ingeborg von Rumohr 4. Vorstellung des bisher geplanten örtlichen Gesamt-Programms 2011 4.1 Musik/Lesung WaldPoesie 5. Vorstellung der (Vor-)Ausschreibungen des SJR-Wald-Foto- und des SJR-Wald-Malwettbewerbs in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungs- und Familienbeauftragten der Stadt Kaufbeuren, Elke Schad ggf. unter gleichzeitiger Vorstellung einer Jury… Peter Heel, 1. Vorsitzender Stadtjugendring (SJR) 5.1 Musik/Lesung WaldPoesie 6. Eröffnungserklärung zum „Internationalen Jahr der Wälder“ in Kaufbeuren… Wir würden uns freuen, wenn wir Sie und/oder Vertreter Ihrer Organisation, Institution o. dgl. im Rahmen der örtlichen Eröffnungsveranstaltung zum „Internationalen Jahr der Wälder“ 2011 in Kaufbeuren begrüßen könnten. Ihr (e) Bund Naturschutz – Stadtjugendring – Volkshochschule Kaufbeuren Kontaktanschrift Kampagnengruppe „Internationales Jahr der Wälder“ in Kaufbeuren Bund Naturschutz KF – Schmiedgasse 24, 87600 Kaufbeuren – Tel: 08341/73280 Fax: 08341/74845 E-Mail: bn-kf@web.de URL: http://www.ostallgaeu-kaufbeuren.bund-naturschutz.de http://www.agenda21klimaschutzkaufbeuren.wordpress.com/ Weitere Hinweise Stadtjugendring KF – Hauberisserstraße 8, 87600 Kaufbeuren – Tel: 08341/437-377 Fax: 08341/437-603 E-Mail: info@sjrkf.de URL: http://www.sjrkf.de Volkshochschule KF – Spitaltor 5, 87600 Kaufbeuren – Tel: 08341/999690 Fax: 08341/9996929 E-Mail: info@vhs-kaufbeuren.de URL: http://www.vhs-kaufbeuren.de Änderungen vorbehalten

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(Presse-)Information 4/11

RTW-Landtags-Petition doch noch nicht (ganz) erledigt…?

Kaufbeuren – Am 8. 12. 2010 hat der Bayerische Landtag entschieden, dass die Eingabe-Unterlagen der /Reifträgerweg/-RTW-Petition (en) an die beiden Gebietskörperschaften, Stadt Kaufbeuren und Gemeinde Germaringen, weitergeleitet werden müssen  um im Rahmen der noch nicht vorliegenden RTW-Bauleitplanung geprüft zu werden.

 

Dieser Landtags-Beschluss wurde vom Agenda21ArbeitskreisKaufbeuren und dem Bund Naturschutz Ortsgruppe Kaufbeuren ausdrücklich  und einhellig begrüßt und dabei auch als voller Erfolg gewertet – zumal eine anfechtbare RTW-Bauleitplanung immer noch nicht vorliegt und zum Zeitpunkt der Einlegung der Petition (en) nicht vorgelegen hat.

 

Aus diesem Grunde wird jetzt zu prüfen sein, ob von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums des Innern – Oberste Baubehörde – die RTW-Eingabe-Unterlagen dem Grunde und dem Umfange nach Landtags-Beschluss-entsprechend weitergeleitet wurden oder erst noch werden…! Vgl. Schreiben vom 10. 2. 2011 gem. Anhang hierzu.

 

Das aktuelle Schreiben des Landtagsamtes (MR Klotz)  vom 4. 2. 2011 (vgl. Anhang hierzu) legt noch keinen eindeutigen Schluss nahe, wonach die RTW-Eingabe-Unterlagen nach dem 8. 12. 2010 bereits an die Gebietskörperschaften weitergeleitet worden sein könnten…!?

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(Presse-)Information 3/2011

HEIMAT

ALLGÄU 1/2011 berichtet:

Weltweite Wald-Aktion auch in Kaufbeuren“

Kaufbeuren – Die aktuelle Ausgabe von HEIMAT ALLGÄU, Verbandsorgan des Heimatbundes Allgäu und damit aller dem Heimatbund angeschlossenen Heimatvereine im Allgäu berichtet soeben in der ersten Ausgabe 1/2011 (S. 54 oben – vgl. Anhang)  über das „Jahr der Wälder“, das auch in Kaufbeuren vielfältig thematisiert wird.

 

Über das noch in Vorbereitung befindliche Programm wird in HEIMAT ALGÄU in Auszügen berichtet, so beispielsweise über einige Veranstaltungen des überaus rührigen und mit-federführenden Bund Naturschutz Kaufbeuren unter dessen Vorsitzenden Peter Orendi, u. a. wird eine geführte Kräuter- und Pilzwanderung mit Dr. Christoph Greifenhagen durchgeführt,  über den Vortrag von Forstdirektor Limmer über die „Weihenstephaner Erklärung“ zum Thema Wald + Klimaschutz…, über die Aktionen des Stadtjugendringes Kaufbeuren mit einem „Wald-Foto- und Malwettbewerb“, über eine „Wanderung Rund um Neugablonz“… unter dem  engagierten Vorsitzenden Peter Heel. Das Literarische Frauen-Kolloquium in der Deutschen Ganghofer-Gesellschaft beteiligt sich mit der Aktion „Rapunzelzimmer unterwegs – im Wald…“. Ingeborg von Rumohr wird mit dem Autorenkreis Allgäu die WaldPoesie vorstellen. Der Literarische Salon  – unter der Leitung von Christa Berge … – des Freundeskreises Sophie La Roche e. V.  beabsichtigt, die literarischen Dimensionen des „Waldes“ aufzuzeigen u. v. a. – vgl. auch die (Presse-)Information des Aenda21ArbeitskreisesKlimaschutzKaufbeuren 2/2011 vom 24. 1. 2011 und

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UN-Aktion „Internationales Jahr der Wälder 2011“ auch in Kaufbeuren / 2/2011

Kaufbeuren – Vor dem Hintergrund des „Internationalen Jahres der Wälder“, eine weltweite Aktion, die von den Vereinten Nationen initiiert ist und in der BRD unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff steht und federführend vom Bundesministerium für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft organisiert wird, hatte sich der Bund Naturschutz – Ortsgruppe Kaufbeuren unter Peter Orendi zusammen mit dem Agenda21ArbeitskreisKlimaschutzKaufbeuren vorab zusammengefunden und zu einer ersten Vorbereitungssitzung eingeladen.

 

Im Rahmen dieser ersten Vorbereitungssitzung trafen sich nun im bis auf den letzten Platz besetzten BN-Büro in Kaufbeuren viele interessierte Vertreter ein um an der „Kaufbeurer Wald-Diskussion“ teilzunehmen. Zunächst gab Peter Orendi Erläuterungen über den Sinn und Zweck der Welt- und bundesweiten Aktion, die den Wald sogar als „Weltkulturerbe“ bezeichnet und damit vor allem dessen Bedeutung im Zeitalter des Klimawandels unterstreicht. Die örtliche Funktion der stadtnahen Wälder trete in Kaufbeuren signifikant und dabei im besonderen Maße zwischen  Neugablonz und Germaringen  in Erscheinung. Aufgrund dieser Tatsache wird sich im Jahr 2011 ganzjährig die sog. „Schutzwald-Aktion“, die bereits Ende 2010 gegründet wurde, wie ein „grüner Faden“ durch das „Internationale Jahr der Wälder“ in Kaufbeuren ziehen. Nachdem die Bundesaktion einen Zeitrahmen vom 21. März bis 1. Dezember 2011 vorgibt, wollen sich die örtlichen Akteure weitgehend innerhalb dieses Zeitraums, der eine Reihe weiterer Natur- und umweltbezogener Jahrestage – vom Welt-Wettertag über den Internationalen Tag der Artenvielfalt bis hin zum Welt-Tierschutztag – aufweist, bewegen.

 

SJR-Mal- und Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche

Forstdirektor Gerhard Limmer berichtete, dass sich die Forstbehörde Kaufbeuren-Ostallgäu, insbesondere über das  Walderlebnis-Zentrum in Füssen aber auch anderorts in ihrem geographischen Zuständigkeitsbereich in das „Jahr der Wälder“ einbringen werde und dafür bereits amtliche Vorbereitungen begonnen haben. Im Zuge dieser Ausführungen hat sich auch ergeben, dass der vom Vorbereitungs-Team vorgeschlagene Mal- und Fotowettbewerb eine insgesamt notwendige Kooperationsbereitschaft der Akteure notwendig macht. Der rührige Vorsitzende des Stadtjugendrings (SJR) Kaufbeuren, Peter Heel, erklärte,  dass die beiden Wettbewerbe vom SJR  federführend übernommen und abgewickelt werden. Die anderen Veranstaltungen, die  ebenfalls einen Jugend-Bezug aufweisen, sollen und können ebenfalls im Rahmen der Möglichkeiten vom SJR begleitet werden.

 

Viele weitere Einzelaktionen – von der Wald-Botanik bis zu Wald-Poesie

Im Rahmen der Findung geeigneter weiterer Einzelaktionen hatte die Gruppe um Peter Orendi vor der Sitzung bereits mannigfaltige Vorschläge unterbreitet. So werden zwei Rad-Touren, von denen eine „Rund um die östlichen KF-Wälder“, beginnend am Ganghofer-Weg bei Hirschzell und eine andere „Rund um die westlichen KF-Wälder“ führen soll, vorgesehen. Von Seiten der Grundschule Hirschzell  kündigte Frau Kaulfuß eine pädagogische geprägte Initiative mit ihren Schülern an. Johann Bauer (BN) hat sich bereit erklärt, im Mai eine botanische Wanderung zu führen. Eine Wanderung „Rund um Neugablonz“ soll den Waldgürtel um Neugablonz insgesamt in den Blickpunkt des Interesses rücken. Dr. Hans-Joachim Hübner will Ende September im Neugablonzer/Germaringer Waldgebiet eine geführte Pilz-Wanderung anberaumen, Dr. Christoph Greifenhagen wird an entgegengesetzter Stelle im Aschthal bei Friesenried zu einer Pilz- und Kräuter-Exkursion am 17. 9. 2011 einladen. Forstdirektor Limmer hält in der zweiten Jahreshälfte einen Vortrag zum Thema „Weihenstephaner Erklärung“ und wird dabei die Wirkungsweisen des Waldes für den Klimaschutz und auf andere Wald-Faktoren eingehen. Das Literarische Frauen-Kolloquium unter Helga Ilgenfritz will im Rahmen der diesjährigen Lesenacht im Jordanpark am 4. 6. 2011 im Rahmen der Aktion „Rapunzel-Zimmer unterwegs“ nicht nur einmal in diesem Jahr das Thema Wald in den Mittelpunkt ihrer (Wald-)Märchen-Erzählungen stellen. Der Autorenkreis Allgäu mit Ingeborg von Rumohr beabsichtigt, auf die poetischen Ausdrucksformen des Waldes  einzugehen. Der Literarische Salon des Freundeskreises Sophie La Roche e. V. will das Thema „Wald“ mit seinen  literarischen Dimensionen erfassen. Inwieweit eine Veranstaltung, die das Thema „Wald + Wasser“ thematisiert  – wie dies von Doris Wenzel vorgeschlagen wurde – umgesetzt wird, blieb noch offen. Die anwesenden Vertreter von Greenpeace Kaufbeuren als auch die Gruppe Lemke haben waldbezogene Beiträge angekündigt.

 

Ökumenischer Schöpfungstag mit interreligiösem Dialog

 

Ob und in welcher Form sich der „Ökumenische Schöpfungstag“, den es erst seit dem Jahr 2010 gibt, mit der jeweiligen Schöpfungsgeschichte der  5 Welt-Religionen befasst, konnte noch nicht festgelegt werden. Hierzu sollen in der nächsten Zeit Sondierungs-Gespräche mit den zuständigen Vertretern der 5 Welt-Religionen, die alle in Kaufbeuren repräsentiert wären,  eingeleitet werden.

 

Gedenkwanderung im November

 

Die Form und der Weg einer angedachten stillen „Gedenkwanderung“ auf einem Teil des historischen Wald-Weges, den die Zwangsarbeiter vom KZ-Außenlager Steinholz nach Kaufbeuren-Hart und wieder zurück vor über 65 Jahren täglich zurücklegen mussten, wird gegenwärtig auch von Rudolf Krumm geprüft. Über diese Erinnerungsebene erhält der Wald im Neugablonzer Osten in gewisser Weise die Stellung eines Kulturdenkmals  besonderer Art – ausgestattet mit einer immerwährenden historischen  Bedeutung.

 

Abschlussveranstaltung bereits im neuen Jugendzentrum Neugablonz?

Der SJR-Vorsitzende Heel schlug abschließend vor, als etwaige Abschlussveranstaltung die Prämierung und die sich daran anschließende Ausstellung als Ergebnis des SJR-Mal- und Fotowettbewerbs – nach Bezugsfertigkeit im neuen Jugendzentrums  Neugablonz – an der Turnerstraße vorzusehen. Dieser Vorschlag wurde von den Teilnehmern der Vorbereitungssitzung begeistert aufgenommen.

 

Bei den Teilnehmern der Vorbereitungssitzung bestand überdies Einigkeit darüber, dass die Zahl der Wald-Veranstaltungen 2011 einigermaßen überschaubar bleiben soll. Dies schließe allerdings nicht aus, dass weitere geeignete Konzepte durchaus in das weitgehend „beweglich“ bleibende Programm eingeführt werden können.

 

Weitere Informationen bei: Peter Orendi – BN-Ortsgruppe Kaufbeuren, TelNr. 08341/73280 und E-Mail: orepet@web.de

URL: http://www.agenda21klimaschutzkaufbeuren.wordpress.com/

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(Presse-) Information 01/11

Bayerischer Landtag

übersendet Protokollauszug vom 8. 12. 2010 zur „Reifträgerweg/RTW-Petition…“

Kaufbeuren – AgendaK21AKK – Nachdem der Bayerische Landtag in seiner Sitzung  am 8. 12. 2010 die o. g.  „RTW-Petition“ wegen des noch frühen Verfahrensstadiums für erledigt erklären musste, wurde jetzt die entsprechende Erledigungs-Empfehlung (vgl. Anhang Tz. 7) in Schriftform nachgereicht.

Es war für den Agenda21ArbeitskreisKlimaschutzKaufbeuren von vornherein klar, dass ein bisher nicht vorhandener Reifträgerweg/RTW-Bebauungsplan weder politisch noch (petitions-)rechtlich wirksam angefochten werden kann. Es ging dem AK im Rahmen der Petition immer nur um das präventive, also um das vorsorgliche Vorbringen der Bedenken u. dgl. vor Aufstellung/Auslegung eines etwaigen zukünftigen RTW-Bebauungsplans. Dem Bayerischen Landtag war es infolge des noch nicht ausgelegten RTW-Bebauungsplans verständlicherweise dem Grunde nach nicht möglich, eine entsprechende Bewertung vorzunehmen.

Analoges Beispiel:

Einen Steuerbescheid eines Finanzamts kann man vor dessen Bekanntgabe nicht mit einem Einspruch anfechten, so dass sich an diesem Beispiel die vorstehende Beurteilung der (Nicht-)Anfechtungsmöglichkeit eines noch nicht bekanntgegebenen/ausgelegten RTW-Bebauungsplans wohl am sinnfälligsten darstellen lässt…

Wider Erwarten ist jedoch von Seiten des Bayer. Landtages unter den Tz. 6 + 7 dennoch in gewisser Weise eine überaus bemerkenswerte empfehlende Würdigung, die auch in der bekannten RTW-Systematik – also in der Zusammenfassung der Petitionsinhalte – zum Ausdruck kommt, vorgenommen worden, beispielsweise:

im 4. Absatz – vgl. Anhang:

„Als nächster Verfahrensschritt… . Im Rahmen der Beteiligung der Behörden …werden die betreffenden Stellen … sich dazu zu äußern haben, inwieweit die Planungen den rechtlichen und fachlichen Anforderungen – etwa nachdem Bayer. Waldgesetz – entsprechen und ob evtl. eine Umweltverträglichkeitsprüfung gem. § 39a BayWaldG  und alternative Planungen erforderlich sind.“

im 5. Absatz – vgl. Anhang:

„… Darüberhinaus steht ihnen (Anm.: den Petenten…) gegen die späteren Satzungsbeschlüsse das Rechtsmittel der Normenkontrolleklage zum Bayer. Verwaltungsgerichtshof offen.“

im 6. (letzten) Absatz – vgl. Anhang:

„Schon gar nicht beurteilen kann der Ausschuss die Frage, ob Zurückstellung der bisherigen Planungsabsichten zur Erweiterung bestehender Gewerbegebietsflächen nur vorläufig oder endgültig ist. Hierfür müsste eine komplette Bauleitplanung aufgelegt werden. Vieles spricht allerdings dafür, dass dagegen erhebliche Bedenken bestehen dürften, die sich aus den einschlägigen Bestimmungen des BayWaldG ergeben und die von der örtlichen Forstbehörde bereits angedeutet wurden. Auch im Hinblick auf die Planrechtfertigung dürften die Hürden recht hoch sein.“

Zusammenfassung

–          Die Vertreter der beiden beteiligten RTW-Planungs-Gebietskörperschaften mit ihren Bürgermeistern an der Spitze und ihren Stadt- und Gemeinderäten können sich  aufgrund des vorliegenden Protokoll-Auszuges des Bayerischen Landtages vom 8. 12. 2010  jetzt ein profundes Gesamtbild über die vorhandenen Planungsumstände bilden…

–          Dabei wird  auch und gerade auf den Anhang 2 des Protokollauszuges (S. 2) Hinweis gegeben.  Hierin hat der Abg. Dr. Paul Wengert die Zusammenfassung der Petitionsinhalte im Rahmen der Landtags-Sitzung am 8. 12. 2010 in das Verfahren eingebracht…

–          Ebenso sind nicht nur die örtlichen Presseorgane u. dgl. in die Lage versetzt, eine vollständige, dabei gesamt-objektive und spekulationsfreie Berichterstattung vorzunehmen…

Für weiterführende Informationen stehen wir jederzeit und gerne allen direkt und mittelbar beteiligten Personen, Institutionen und sonstigen interessierten Kreisen zur Verfügung.

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