Ganghofer aktuell 11/2010

Frei nach Ludwig Ganghofer`s Sprichwort

„Wenn der Wald stirbt, stirbt der Mensch“:

Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch!

Diese etwa

100 Jahre alte Buche

sollte man sich etwa 20 m hoch und

mit etwa 12 m Kronendurchmesser vorstellen.

Mit ihren 600 000 Blättern verzehnfacht sie ihre 120 qm

Standfläche auf etwa 1 200 qm Blattfläche. Durch die Luft-

räume des Schwammgewebes entsteht eine Zelloberfläche für den Gasaustausch von etwa 15 000 qm, das entspricht der Größe zweier Fußballfelder! 9 400 Liter = 18 kg Kohlendioxid verarbeitet dieser

Baum an einem Sonnentag. Dies ist der Kohlendioxidabfall von zwei ein halb Einfamilienhäusern. Bei einem Gehalt von 0,03 % Kohlendioxid in der Luft müssen etwa 36 000 cbm Luft durch diese Blätter strömen mitsamt den enthaltenen Bakterien, Pilzsporen, Staub und anderen schädlichen Stoffen, die dabei großenteils im Blatt hängen bleiben. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn ungefähr 400 Liter Wasser verbraucht und verdunstet der Baum an einem Tag. Die 13 kg Sauerstoff, die dabei von der Buche durch die Photosynthese als Abfallprodukt entstehen, decken den Bedarf von etwa 10 Menschen.  Für sich produziert der Baum an diesem Tag 12 kg Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus einem anderen bildet er sein neues Holz.

Wenn nun die Buche gefällt wird zur bequemeren

Bearbeitung des Ackers, weil zur schnelleren

Verkehrsführung die Straße verbreitert

werden soll, weil

der Baum zu viel

Laub und Schatten

macht oder dort

eine Straßenlaterne

aufgestellt werden

soll, so müsste man

mindestens 2 000

junge Bäumchen mit

einem Kronenvolumen

von einem cbm pflanzen,

wollte man die alte Buche

vollwertig ersetzen. Die Kosten

hierfür dürften den Betrag von einer viertel Million DM überschreiten.

lbs.san.hrz.uni-siegen.de/…/wald/1waldtag/erst_stirbt_der_wald1.doc

Anmerkung der Deutschen Ganghofer-Gesellschaft

Die vorstehenden fachlichen Ausführungen der Universität Siegen am Baum-Beispiel der „Buche“ bedürfen keiner weiteren Kommentierung, sondern der weiteren Verbreitung im Agenda21-Klimaschutz-Zeitalter…

Umwandlung von Schutzwaldgebieten in Bauland –

ein Wald-Anachronismus am Geburtsort von Ludwig Ganghofer?

Vor dem Hintergrund der vorstehenden Sprichworte, deren Inhalt das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL 2/1984 in seiner Titelgeschichte „Saurer Regen / Lebensgefahr für Babys“ verbreitet hatte, befanden sich Planungen, die in Kaufbeuren und Germaringen, also in der unmittelbaren Geburtsregion von Ludwig Ganghofer Schutzwald in Bauland umwandeln wollen, noch in den „Kinderschuhen“. Jetzt, nahezu 30 Jahre später und im Zeitalter der weltweiten Klimaschutz-Agenda21 wollen der Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren und der Bürgermeister  der Gemeinde Germaringen mit immer noch entsprechend geprägten politischen Mehrheiten tatsächlich „Schutzwald in Bauland“ umwandeln. Im Freistaat Bayern, der mit seinem Waldgesetz – ein Gesetz des Landtages – den Bannwald, den Klimaschutzwald, den Sturmschutzwald, den Immissionsschutzwald, den Erholungswald…  unter dessen ausdrückliche und mehrfache Schutzmechanismen stellt, dürfte die Umwandlung von Schutzwald in Bauland allerdings nicht so ohne Weiteres möglich sein. Es bestehen sogar „strafbewehrt“ formulierte öffentliche und private Schadenersatzpflichten (vgl. Website des Forstministeriums BY), die bei einer Abholzung von Sturmschutzwald entstehen. Umso bizarrer zeigt sich die Situation seit dem 26. 10. 2010 als unter Leitung des MdL Johannes Hintersberger (Augsburg) eine Wald-Begehung stattfand und dabei den zahlreichen Waldschützern erklärt wurde, dass das Vorhaben, zu dem eine großflächige Schutzwald-Rodung gehören soll, noch eingehend geprüft werde. Die Waldschützer waren wegen dieser Aussage fast 24 Stunden hoch erfreut. Wenige Minuten nach dieser Aussage aber soll der Abgeordnete gegenüber der Allgäuer Zeitung (vgl. am nächsten Tag in der AZ vom 27. 10. 2010 nachzulesen) folgendes erklärt haben:

„… Wie Hintersberger nach der Waldbegehung gegenüber der AZ anmerkte, könne aus fachlicher Sicht wohl nichts gegen einen Ausbau (Anm.: also mit Rodung von Schutzwald) … gesagt werden.“ Die Bürger vor Ort fragen jetzt entrüstet: Was gilt nun, Herr Abgeordneter,  wird jetzt eingehend geprüft, wie Sie am 26. 10. ankündigten oder wird abgeholzt?

Seit zwei Jahren befassen sich Agenda21ArbeitskreisKlimaschutzKaufbeuren, waldschützende Organisationen (z. B. Bund Naturschutz Kaufbeuren + Kreisgruppe OAL, Jagdgenossenschaft, Bayerischer Bauernverband Germaringen,  Stadt- und Gemeinderäte…), verantwortungswolle private Waldbesitzer und viele andere mit geeigneten Maßnahmen, die beabsichtigte „Umwandlung von Schutzwaldgebieten in Bauland“ zu verhindern.

Nähere Informationen unter: http://www.agenda21klimaschutzkaufbeuren.wordpress.com

Der Bund Naturschutz – Ortsgruppe Kaufbeuren hat kürzlich unter der Kto.-Nr. 190 587 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren (BLZ 734 500 00) ein sog. Schutzwaldkonto  eingerichtet.

 

ORF 2 zeigt: Romantext unter:

„Der Jäger von Fall“                                                     www.wissen-im-netz.info

www.gutenberg-spiegel.de

am Sonntag, 14. November 2010 – 14.25 Uhr

Regie: Dr. Harald Reinl                  Produktion: Dr. Horst Hächler – CTV 72 – Produktion von 1974

mit Siegfried Rauch, Klaus Löwitsch, Evelyn Opela, Alexander Stephan, Gerlinde Döberl, Viktor Staal, Ludwig Schmid-Wildy, Gerhart Lippert, Alexander Golling, Beppo Brem, Volker Prechtel…

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